Katharina Ratakarowa
23. Dezember 1917 – 30. August 1944
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Katharina Ratakarowa stammte nach den Angaben in den Akten aus "Seragoz" in der ehemaligen Sowjetunion.
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Wann sie nach Stuttgart zur Zwangsarbeit kam, ist unbekannt.
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Sie war im Lager "Heßbrühl" in Stuttgart-Vaihingen untergebracht, in dem russische Frauen, Kinder und Männer, aber auch Polen lebten. In den Akten wird es mehrmals als "Russenlager" bezeichnet.
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Die BewohnerInnen des Lagers arbeiteten in verschiedenen Betrieben, v.a. in Stuttgart-Vaihingen.
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Katharina R. musste im Metallschmelzwerk Schmidt in Vaihingen in der Schockenriedstraße 4 arbeiten, nicht weit vom Lager entfernt. Das Werk war dort 1934 von dem Ingenieur Karl Schmidt (1876-1954) gegründet worden und bestand noch in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts.
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Am 30. August 1944 stürzte Katharina R. "in einen Tiegel mit flüssigem Aluminium" (Zitat aus der Sterbeurkunde). In der Sterbeurkunde ist über diesen handschriftlichen Eintrag noch geschrieben: "Selbstmord durch". Ob Katharina R. tatsächlich aus Verzweiflung über ihre unerträgliche Lebens- und Arbeitssituation in den "Selbstmord" getrieben wurde oder ob es möglicherweise ein furchtbarer Arbeitsunfall war, verursacht durch unzureichende Schutzmaßnahmen, der dann offiziell als Selbstmord deklariert wurde, kann wohl nicht mehr geklärt werden.
Quellen: Liste der Verstorbenen, basierend auf Akten der Arolsen Archives, Stadtarchiv Stuttgart: Sterberegister von Stuttgart-Vaihingen, Biografie von Karl Schmidt: https://www.hs-esslingen.de/maschinen-und-systeme/fakultaet/alumni/bekannte-absolventen/maschinenbauingenieur-karl-schmidt (Aufruf: 14.3.2026), Kleine Anfrage im Landtag von Baden-Württemberg des Abg. Hermann (GRÜNE) zur Firma Karl Schmidt Stuttgart-Vaihingen, 30.12.1984, https://www.landtag-bw.de/resource/blob/148088/5c29b08b7d73bfa3b8c05be7a5de5adc/09_0926_D.pdf (Aufruf: 14.3.2026).
Für Katharina Ratakarowa gibt es in Stuttgart einen Stolperstein unter dem Namen "Katharina Karanowa". Dieser Name ist aber weder in den Akten der Arolsen Archives noch in den Sterberegistern von S-Vaihingen noch in den Gräberlisten der öffentlich gepflegten Gräber im Staatsarchiv Ludwigsburg nachzuweisen. https://www.stolpersteine-stuttgart.de/biografien/katharina-karanowa-schockenriedstr-1-11/ (Aufruf: 14.3.2026).