Daten der in Stuttgart verstorbenen Zwangsarbeiter

Die Liste der in Stuttgart verstorbenen ZwangsarbeiterInnen wurde erstellt von vier Mitgliedern des Arbeitskreise Zwangsarbeit in Stuttgart: Dr. Sonja-Maria Bauer, Lore Bürkle, Ivonne Mallee und Inge Nowak.

Ausgangspunkt für die Recherchen war die „Gräberliste für öffentlich gepflegte Gräber“ auf den Stuttgarter Friedhöfen, die 1969 erstellt wurde und online zugänglich ist (im Staatsarchiv Ludwigsburg). Daraus entstand eine erste Liste von nicht in Deutschland geborenen Menschen mit ihren Namen, Geburts- und Sterbedaten sowie oft auch ihrer Herkunft. In den Arolsen Archives (früher „Internationaler Suchdienst“) konnten und können mit Hilfe dieser Namen zusätzliche Informationen über die Verstorbenen gefunden werden und vor allem auch viele weitere Namen von in Stuttgart während des Krieges verstorbener Menschen mit nicht-deutscher Herkunft.

Durch diese aufwändige Recherche in den Arolsen Archives, die noch nicht abgeschlossen ist, fanden sich außerdem viele zusätzlich Informationen über die in Stuttgart verstorbenen ZwangsarbeiterInnen, beispielsweise zu deren Unterbringung, zu ihrer Herkunft, zu ihrem Alter, zu den Arbeitgebern, bei denen sie eingesetzt waren sowie vor allem auch zu den Umständen ihres Todes.

Diese Informationen, soweit vorhanden, wurden zusätzlich in die Tabelle aufgenommen. Die Recherche wird fortgesetzt und die Tabelle weiter ergänzt. Bisher konnte das Schicksal von rund 1500 nicht-deutschen Menschen dokumentiert werden, die hier in Stuttgart als ZwangsarbeiterInnen starben, darunter auch zahlreiche Kinder. Diese Zahl wird, das ist absehbar, noch weiter anwachsen.

Liste der getöteten russischen Kriegsgefangenen

In der unten verlinkten Tabelle wurden die Namen der russischen Kriegsgefangenen zusammengefasst, die bei dem Bombenangriff auf das Kriegsgefangenenlager in Stuttgart-Gaisburg am 15. April 1943 (sog „Katastrophe von Gaisburg“) getötet wurden. Der Angriff und seine tragischen Folgen für rund 400 Kriegsgefangene wurden von Elmar Blessing in seiner Publikation bereits 2001 beschrieben (Die Kriegsgefangenen in Stuttgart. Das städtische Kriegsgefangenenlager in der Ulmer Straße und die „Katastrophe von Gaisburg“, hg. vom Museumsverein Stuttgart-Ost e.V., Stuttgart 2001). Blessing dokumentierte hier auch die Namen der rund 250 französischen Kriegsgefangenen, die Namen der getöteten russischen Soldaten konnte er nicht feststellen.

Bei den Recherchen zu den in Stuttgart verstorbenen ZwangsarbeiterInnen, konnten diese Namen in der „Gräberliste für öffentlich gepflegte Gräber“ gefunden werden. Die Namen sind auch in der Gesamtliste enthalten. Hier soll jedoch auch eine eigene Liste der in Gaisburg getöteten russischen Kriegsgefangenen veröffentlicht werden, um die Namen in E. Blessings Publikation zu ergänzen.

In dem Sammelgrab auf dem Stuttgarter Hauptfriedhof wurden 148 getötete russische Kriegsgefangene bestattet, darunter fünf, die nicht bei dem Bombenangriff am 15. April 1943 getötet wurden, sondern zu einem anderen Zeitpunkt starben. Außerdem liegen hier auch 15 russische Zwangsarbeiter begraben, die alle auch bei diesem Luftangriff um Leben kamen, allerdings in einem Zwangsarbeiterlager in Stuttgart-Münster in der Moselstraße 25. Die meisten von ihnen arbeiteten bei der „Manometerfabrik“ J. C. Eckardt in Stuttgart-Bad Cannstatt.
(Recherche: Sonja-Maria Bauer)